Eskender
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Easyvanlife im Eskender Camping-Ausbau

 

Hier findet Ihr (zukünftig mehrere ;) Reiseberichte 
und Campingplatz-Empfehlungen in Europa.

Einmal Europa und zurück - Teil 1: Go West  

Länder: Frankreich und Spanien 

Sieben Wochen Urlaub, durchgängig, am Stück. So was wie eine kleine Auszeit. Das durften wir im letzten Jahr von April bis Mai erleben. Seit einigen Monaten war es sicher, dass wir so lange weg konnten. Beide Arbeitgeber hatten zugestimmt. Jeden Abend wurde geplant, Campingplätze gesucht und Routen ausgetüftelt, Blogs und Zeitschriften gelesen. Und dann kurz vor Abfahrt am 2. April war es dann plötzlich so, dass wir uns entschlossen, einfach mal loszufahren. Ganz untypisch vor allem für mich, da ich in der Tourismusbranche arbeite.

Jeder hat ein Wunschziel angeben dürfen: Alexander wünschte sich die Picos de Europa im Norden Spaniens und ich wollte unbedingt nach Albanien. Das liegt jetzt nicht gerade auf einer Route. Deshalb der Kompromiss: Zuerst drei Wochen durch Frankreich nach Spanien und dann relativ schnell zurück, kurz umpacken zu Hause im Schwarzwald und los Richtung Balkan.

Unterwegs sind wir mit unserem Bulli. Das Besondere ist, dass wir auf dem Anhänger eine Triumph Tiger stehen haben für ausgedehnte Motorradtouren.

Unsere erste Tour führte uns durch die Schweiz an den Lac d’Annecy. Als Schnäppchenjägerin hatte ich natürlich bei ACSI-Campingcard geschaut, welche Plätze schon offen hatten, denn hier ist es Anfang April oftmals noch ziemlich frisch. So sind viele Plätze noch nicht geöffnet. Glück hatten wir am Camping Les Rives du Lac und bekamen einen tollen Platz direkt am Wasser. Ein Supermarkt ist in Laufweite und so gab es direkt am ersten Abend leckeren Fisch, Garnelen und natürlich französischen Wein. Eigentlich wollten wir hier unser Motorrad gar nicht abladen, da wir nur auf der Durchreise waren. Beim Anblick der Alpengipfel war dann aber klar, dass am nächsten Tag die erste Tour mit unserer Triumph fällig wäre. So blieben wir hier drei Tage. Man hat ja Zeit.

Unser nächstes Ziel war die Dordogne. In der der Nähe von Sarlat-le-Caneda wurden wir an einem Zufluss zur Dordogne fündig: Ein wunderbarer Campingplatz in einem Flusstal sollte die nächste Station sein (Camping Maisonneuve). Superfreundliche junge Leute betreiben den Platz und wir waren mit vier anderen Campern fast alleine auf dieser riesigen Wiese. Eine tolle Joggingstrecke am Fluss entlang bietet sich am Morgen zum Laufen an. Und am Nachmittag überraschte uns die Besitzerin mit der Nachricht, dass der Pool schon geöffnet sei. Wir hatten ihn dann ganz für uns, aber herrlich zum Abkühlen nach einer Motorradtour durch das Periogord und bei 25 Grad.

Nachdem wir jeden Tag neu beschlossen nur noch eine Nacht länger zu bleiben, verbummelten wir uns auch hier wieder. Doch der Weg ist bekanntlich das Ziel. Die Dordogne ist in der Vorsaison ein wanderbares Ziel für alle, die Radfahren, Wandern, Motorrad Fahren oder einfach nur tolle Schlösser und Burgen anschauen wollen. Besonders die kulinarischen Genüsse sind nicht zu verachten. Wir haben mehrfach fantastisch gegessen. Das Mittagsmenü kostet in den meisten Restaurants nur 15 Euro und ist wirklich sehr lecker. Mein Tipp: La Cantina de Fabrice le Chef in Daglan. Regionale Produkte mit französischer Kochkunst zubereitet und ein toller Service.

Nachdem wir also in der Dordogne so richtig herunter gefahren hatten, konnten wir endlich an die baskische Küste und dann in die Picos de Europa fahren. Ganz schön abenteuerlich ist schon die Fahrt von Santander in Richtung Potes, dem Hauptort kurz vor dem Nationalpark der Picos. Durch die enge Schlucht waren wir froh, dass wir nur mit dem Bulli und nicht wie andere mit einem Alkoven unterwegs waren. Denn uns kamen mächtig gestresste Wohnmobilisten mit größeren Gefährten entgegen. Hinter der mittelalterlichen Stadt Potes liegt der Camping La Viorna mit einer tollen Aussicht auf die Berge der Picos und tadelslos sauberen Sanitäranlagen. Für Motorradtouren und Wanderungen der ideale Ausgangspunkt. Und das haben wir dann fast ein Woche sehr ausgiebig getan und das Traumziel meines Mannes erkundet. In der Tat wollte er schon als junger Mann in diese Region.

Der Ort ist zwar touristisch, aber es gibt verwunschene kleine Gassen mit kleinen Lokalen und Restaurants. Und wehe dem, der am Gründonnerstag dort aufschlägt: An diesem Tag haben die Bewohner und Einwohner der umliegenden Städtchen ab nachmittags frei und beginnen die Feierlichkeiten zum Osterfest mit einem gepflegtem Besäufnis. Es wird in den Bars und auf den Straßen gegessen, getrunken, geschwatzt und gelacht. Wir haben sehr lecker gegessen in La Solderia und die Preise sind für die Qualität sehr fair. Trotz des Trubels, der herrschte, war das Servicepersonal sehr freundlich und wir kamen mit rudimentärem Spanisch und einem supernetten Kellner, der englisch sprach prima durch.

Der Regen, der sich dann über Nordspanien und Frankreich einnistetet, machte es uns leicht, wieder den Rückweg quer durch Frankreich einzuschlagen schließlich wollten wir nach „Go West“ unsere zweite Etappe unter dem Motto „Go East“ starten.

- Fortsetzung folgt - 
 


Einmal Europa und zurück - Teil 2: Go East 

Länder: Slowenien, Kroatien, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina

Nachdem wir nach unserer ersten Tour die Betten frisch bezogen, Vorräte aufgefüllt und zu Hause im Schwarzwald die Blumen gegossen hatten, ging es bei Minustemperaturen nach zwei Tagen gen Osten.

Mit einem Zwischenstopp am Bleder See in Slowenien landeten wir in Primosten, wo Alex das Krka Enduro Raid mit fuhr und ich mich aufgrund des extrem starken Winds mit Lesen und wandern begnügte. Da kann so ein VW-Bus wirklich richtig gemütlich sein, wenn draußen die Bora tobt. Ich weiß übrigens nicht, wie viele Kroaten mir den Unterschied zwischen Bora (kommt aus den Bergen) und Jugo (kommt vom Meer) erklärt haben. Unsere nächste Station war die Makarska-Riviera, wo wir so im Vorbeifahren den schönen kleinen Campingplatz Male Ciste (campmaleciste.com) fanden. Begrüßt wurden wir von einem riesigen aber äußert gutmütigen schwarzen Hund. Die Betreiber waren freundlich, alles ist sehr sauber, liebevoll dekoriert und mit Blumen bepflanzt. Direkt am Meer wurde es dann richtig sonnig und die Makarska-Riviera hat wohl ein eigenes sehr mildes Mikroklima. Für Ausflüge mit dem Motorrad eignet sich der Biokovo-Naturpark, der in dieser Jahreszeit noch nicht sehr überlaufen war. Auf 25 km schmaler Straße geht es bis auf über 1.700 m auf den zweithöchsten Berg Kroatiens den Sveti Jure. Das blaue Meer dabei immer im Blick!

Für einen Ausflug auf die Inseln Korcula und Hvar eignet sich der Camping Male Ciste hervorragend, liegt er doch direkt zwischen den kleinen Fährhäfen in Makarska (nach Korcula) und Drvenik (nach Hvar). Schon einmal hatten wir einen wunderbaren Urlaub auf dem kroatischen Ibiza verbracht und starteten für einen Tagesausflug mit dem Motorrad auf die Insel Hvar. Nur 15 Minuten dauert die kurze Überfahrt und die Kosten sind mit Fahrrad oder Motorrad sehr überschaubar. Auf Hvar angekommen riecht es nach Salbei und Lavendel. Eine kleine Straße führt komplett über die langgezogene Insel und am anderen Ende liegt die gleichnamige Hauptstadt Hvar, die tagsüber schön zum Bummeln ist und am Abend mit den Clubs und Cafés zum Szene-Treff wird. Doch wir hatten ja anderes im Sinn. Auf Schotterwegen ging es immer mal wieder von der Straße ab und in einsame Buchten mit unglaublich klarem Wasser. Besonders beeindruckend ist auch das UNESCO-Welterbe der Steinmauern und Felder bei Stari Grad.

Eigentlich sollte es nun weiter nach Dubrovnic gehen, doch beim Anblick der drei im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffe hatten wir keine Lust auf die Menschenmassen in der Altstadt. Deshalb fuhren wir weiter auf die Halbinsel Peljesac. Unglaublich abwechslungsreiche Natur mit Weinbergen, Wäldern und Bergen erwartetet uns. Laut Campingführer sollte es unzählige Plätze geben, doch Fehlanzeige! Fast alle waren um diese Jahreszeit Anfang Mai noch geschlossen. Fündig wurden wir dann fast ganz am Ende der Insel in dem kleinen Ort Viganj, einem Surfer-Hotspot. „Antony Boy“ mag ein etwas komischer Name für einen Campingplatz sein, doch die wenigen Besucher, die sauberen sanitären Anlagen und der atemberaubende Blick auf das Meer und die gegenüberliebende Insel Korcula überzeugten uns. 

Und wieder einmal blieben wir länger als geplant, auch dank der netten Nachbarschaft und der entspannten Atmosphäre in Viganj. Die Bar Ciringito mit leckeren Cocktails, Rotwein und kreativen kleinen Speisen liegt direkt am Strand unterhalb des Campingplatzes und war am Abend einen Besuch wert. In der Früh machte es richtig Laune und gab Motivation für den ganzen Tag, wenn man unten an den schönen, alten Kapitänshäusern direkt am Meer Laufen gehen konnte. Auch hier bot sich natürlich wieder der Tagesausflug auf die Insel Korcula an. Wiederum führen Schotter- und Feldwege in blaue Buchten und kühle Pinienwälder. Zum Essen schlugen wir im wahrsten Sinn des Wortes bei Fish’n’Go in Korcula-Stadt ein. Kurz vor der Altstadt kann man prima das Bike direkt am Restaurant parken und die riesige Platte Fish’n’Chips gab es sogar mit einem kühlen Bier im Angebot für 85 Kuna pro Person. Inklusive einem Schwätzchen mit dem Wirt.

Schweren Herzens rissen wir uns nach schon wieder sechs Tagen in Viganj los und fuhren weiter Richtung Osten. Denn das eigentliche Ziel war Albanien. Über Montenegro ging es durch die Bucht von Kotor, die in allen Reiseführern hoch gepriesen wird. Mich hat weder das Einreiseprocedere (Denkt an die Grüne Versicherungskarte für eure Fahrzeuge!) nach das von Asiaten überlaufene Kotor gerockt. Also schnell weiter an der montenegrinischen Küste mit seinen Bettenburgen und Bauruinen entlang und durch ein grünes Tal an die albanische Grenze. Dort wurden wir von sehr korrekten und höflichen Grenzbeamten empfangen und nach einer weiteren halben Stunde fuhren wir durch die arabisch anmutende Stadt Shkodra. Einen ersten Eindruck bekamen wir von dieser albanischen Großstadt mit den unzähligen Straßencafés, Gemüseständen, den Moscheen sowie den streunenden Hunden. Zum Glück hatten wir uns im Internet schon unsere kleine Oase am Lake Shkodra ausgesucht, denn mittlerweile war es doch recht spät am Abend geworden. Das Lake Shkodra Resort ist Anlaufstelle für viele Camper und Wohnmobilisten. Es wird von einem Albaner und einer Britin betreiben und ist auf absolut westlichem Niveau. Das junge Team von Mitarbeitern ist unglaublich freundlich und das Restaurant bietet einfache Speisen zu (für uns) kleinen Preisen an. Da muss man nicht selbst kochen, wenn man eine fangfrische Forelle aus dem Vermosh-Tal zum Preis von knapp sechs Euro bekommt. Nach dem Regentag klarte dann der diesige Himmel am nächsten Tag gegen Mittag auf und so ging es wieder auf zwei Rädern weiter. Wir waren ja vorgewarnt worden, dass die Straßenverhältnisse in Albanien nicht besonders gut sind, aber schon etwas abseits der Hauptverkehrsstraße erwartete uns ein von Schlaglöchern gespickter Feldweg - mit dem VW 4motion kein Problem. Sehr freundlich waren die Kinder am Wegesrand und überall verkauften die Bäuerinnen dunkelrote Kirschen, Erdbeeren, Tomaten und Kartoffeln. Natürlich haben wir ihnen immer gerne etwas abgekauft, denn die Menschen in Nordalbanien sind die ärmsten in Europa. Sehr spannend sind übrigens auch die unzähligen Bunker, die wie Pilze aus dem Boden ragen. Mitten auf einer Viehweide oder neben einem Bauernhaus.

Unsere Touren in den nächsten Tagen führten uns ins Vermosh-Tal, wo die Straße mit Hilfe von EU-Mitteln komplett neu gemacht ist. Die Kurven winden sich ins Gebirge hinauf, bis auf über 2.000 Meter. „Das ist wie die Großglockner-Hochalpenstraße, nur ohne Motorräder.“, so Alexander. In der Tat trafen wir gerade mal eine Handvoll Autos und zwei Radfahrer aus Nürnberg. Unser Picknick hatten wir dabei und setzen uns an einen klaren Bergbach. Das Tal selbst ist gesäumt von verstreuten Bauernhäuschen. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Die Bauern pflügen noch mit dem Pferd, die Oma geht mit ihrer einzigen Kuh spazieren und die Schweine suhlen sich in der Pfütze am Straßenrand. Idylle pur, wenn Albanien nicht ein riesiges Müllproblem hätte. Es gibt kaum eine funktionierende Müllabfuhr, sodass der Plastikmüll (ein Hoch auf die Segnungen der vermeintlichen Zivilisation!) einfach in den Straßengraben oder neben die Häuser gekippt wird. Übrigens sah ich jetzt auch, wo meine Forelle hergekommen war, denn eine Forellenzucht lag direkt im Fluss.

Eine weitere Tour ging auf der sogenannten Nordroute nach Theth in den Nationalpark. Hier musste ich als Sozia mächtig die Zähne zusammen beißen, denn die letzten zehn Kilometer sind komplett unbefestigt und ein aus dem Fels gehauener Weg. Wunderbar sicherlich auch für Wandertouren oder Mountainbiker. Der Campingplatz bietet auch Ausflüge mit einem Allrad-Minibus dorthin an. Unser Nachbar am Platz hat so einen Ausflug mit gemacht und erzählte uns diese schöne Geschichte: Sein Hund Fernando, der aussah wie ein Flokati, ist ein Bearded Collie. Dieser war natürlich mit auf dem Ausflug. Im Örtchen Theth angekommen brach der Instinkt des schottischen Hütehundes beim Anblick einer Schafherde durch. Zuerst etwas verdutzt dreinblickend, trieb Fernando die komplette Herde dann fachgerecht zweimal um das Kirchlein in Theth. Dass das Bergdörfchen wirklich sehr abgelegen liegt, merkt man daran, dass die Südroute fast komplett ungeteert ist. Deshalb fuhren wir dieselbe Route über Boge zurück und nahmen uns am nächsten Tag das südliche Tal vor, das meiner Meinung nach landschaftlich noch schöner ist. Sehenswert ist schon der Einstieg bei der Mesi-Brücke. Und auch hier wieder freundliche Menschen, die von ihrer Hände Arbeit leben. Die älteren Frauen sind in der Tat in die albanische schwarze Tracht mit einem blütenweißen Kopftuch gewandet.

Noch viel mehr gibt es natürlich im Rest Albaniens zu sehen und sicherlich lohnt es auch ans Meer zu fahren. Doch wir wollten ja noch zurück nach Montenegro über die Berge und unbedingt auch nach Mostar in Bosnien-Herzegowina. Die Wetterbedingungen machten es uns einfach Nordalbanien wieder zu verlassen, denn der diesige Himmel verhieß für die kommenden Tage keine gute Bergsicht. Albanien ist aus touristischer Sicht ein Land im Aufbruch. Bleibt zu hoffen, dass dieser touristische Aufschwung vielen Menschen dort in Lohn und Brot bringen und trotzdem nachhaltig die wunderschöne Naturlandschaft erhalten wird. In den Bergen gibt es bereits erste Guest Houses und kleine Minicampings, an den Küsten hält bereits der Badetourismus Einzug.

Zurück in Montenegro fuhren wir durch die Hauptstadt Podgorica und dann immer bergauf. Majestätische Berge und bezaubernde Täler sind hier mit dem Camper problemlos erreichbar. Die touristische Infrastruktur mit Skigebiet und Campingplätzen ist bereits vorhanden. Auch die Nationalparks sind bestens ausgeschildert. Besonders lohnenswert ist die Tara-Schlucht, die ebenfalls bestens mit dem Kastenwagen befahrbar ist. Ein lohnenswertes Ziel ist der Durmitor-Nationalpark. Weite Ebenen gesäumt von bis zu 2.500 Meter hohen Bergen. Wanderwege ohne Ende und bei unserem Besuch noch fast ausgestorbene Tourismusorte. Und immer wieder grandiose Ausblicke und viel Natur. Einen schöneren Frühstücksplatz hatten wir auf der ganzen Reise nicht!

Bosnien-Herzegowina sollte unser nächstes Ziel werden und bereits die Anreise über den Westen Montenegros war spannend. Tolle Ausblicke und wiederum fast unberührte Natur in der Teilrepublik Srpska begleiteten uns nach Mostar. Übrigens waren die Einreiseformalitäten hier überraschenderweise sehr entspannt. In der Nähe von Mostar fanden wir idyllisch an einem Fluss gelegen das Autokamp Blagaj. Ein herzliches Geschwisterpaar betreibt den Platz sehr liebevoll. Man fühlt sich wie in deren eigenem Garten herzlich Willkommen. Die sanitären Anlagen sind sauber und zur Begrüßung gab es unten am Fluss ein Getränk sowie einen Teller Erdbeeren. Soviel Gastfreundschaft war fast beschämend. Die Getränke sowie das für uns zubereitete gegrillte Gemüse und Fleisch am Abend sind für unsere Verhältnisse sehr preiswert. Am Fluss lässt sich herrlich chillen und in 30 Minuten zu Fuss befindet sich die Quelle des Flusses Blagaj und eine Tekke, eine Art muslimisches Kloster, das es zu besichtigen lohnt. Ein kleiner Tipp für die Damen: Zieht euch einen langen Rock an und packt euch ein Tuch ein, mit dem ihr das Haar bedecken könnt. Und natürlich ist Mostar dann das wirkliche Highlight. Leider tagsüber sehr überlaufen, da es beliebt ist bei amerikanischen und asiatischen Gruppenreisenden. Doch bei einem Besuch am späten Nachmittag kann man sich auf die Geschichte der Stadt einlassen, die im Jugoslawienkrieg so hart umkämpft war. Die Brücke, die damals als Symbol des Krieges durch alle Medien ging ist zwar wieder aufgebaut, allerdings zeugen gerade am arabisch geprägten Ufer noch viele Ruinen und Häuser mit Einschusslöchern vom Krieg, der gerade einmal 25 Jahre zurück liegt. Interessant sind natürlich die unzähligen Cafés und die beiden unterschiedlichen Gesichter der Stadt. Am linken Ufer die sehr westliche Seite, am rechten Ufer ein arabischer Markt und Moscheen. Bezahlt wird übrigens offiziell mit der Konvertiblen Mark (also der gleiche Umrechnungskurs, wie damals bei uns bei der Euro-Umstellung). Doch Euronen werden auch hier sehr gerne genommen und die Preise sind auch in Mark und Euro angeschrieben.

Auf dem kompletten Balkan ist übrigens das Wildcampen oder Wildstehen verboten. Bei den günstigen Preisen von rund zehn Euro pro Nacht auf den vorhandenen Campingplätzen war es für uns übrigens eine Selbstverständlichkeit, diese Unternehmer etwas verdienen zu lassen.

So schnell können sieben Wochen vergehen. Auf dem Rückweg gönnten wir uns noch einen Stop auf dem Camp Stine, einem Minicamping direkt am kroatischen Nationalpark Paklenica. Er wird von einer kleinen Familie betrieben und man sieht sofort, was die Leidenschaft von Chefin Maja ist. Überall stehen Kunstwerke, bunte Bänke und sogar das Waschhaus ist bunt bemalt. Eine kleine Oase direkt am Meer.

Ein wunderbar paradiesischer Ort, um unsere Reise mit dem Blick über das tiefblaue Meer und hinüber zur Insel Pag noch einmal Revue passieren zu lassen: Europa ist wunderschön, im Westen wie im Osten. Mein Lieblingsland wird immer Frankreich bleiben, doch Albanien steht auch in den nächsten Jahren bestimmt noch einmal auf dem Programm. Wir haben überall interessante und sehr gastfreundliche Menschen erlebt. Die Camper- und Wohnmobilstengemeinde mit eingeschlossen. Wir haben es geschafft die Arbeit zu vergessen, denn gerade auf dem Motorrad oder bei einer langen Wanderung wird der Kopf so unendlich frei. Ich hatte viel zu viel eingepackt und habe nur die Hälfte meiner Klamotten wirklich gebraucht. Und wir sind froh, mobil unterwegs zu sein, vor allem in Europa. 

Mehr denn je sind wir nun bekennende Europäer.

  

Sonne und Meer – eine kurze Auszeit zwischen den Jahren   

Camper: Eskender 4x4 (VW T5 mit Eskender Complete Aubau, Markise, Landstrom und Viskosematratzen)

Länder: Frankreich, Spanien 

Kurz mal weg und dem Schmuddelwetter im Schwarzwald entfliehen? Wer wollte das nicht. Bereits zum zweiten Mal machten wir uns deshalb direkt nach Weihnachten auf den Weg gen Süden. Wir hatten uns vorgenommen, so weit zu fahren, bis das Wetter einigermaßen warm und sonnig sein würde.

Los ging es am 28. Dezember zügig durch Frankreich bei Regen und Wind. Die ersten Sonnenstrahlen zeigten sich allerdings erst auf der Autoroute du Soleil unterhalb von Lyon, die damit ihrem Namen alle Ehre machte. Einen Übernachtungstop machten wir in der Nähe von Perpignan, um dann am Morgen früh weiterzuziehen. Allerdings gönnten wir uns eine wunderschöne Fahrt Richtung Côte Vermeille mit den wunderschönen Städtchen Argelès-sur-Mer und Collioure. Mit einem frischen Baguette und Croissants aus einer kleinen Bäckerei wurde dann natürlich am Meer gefrühstückt. Über die Grenze nach Spanien fuhren wir dann mit unserem Camper, immer auf den kleinen Sträßchen an der Küste entlang. Mit unserem T5 4motion von Easyvanlife ein pures Fahrvergnügen. Bei einem Stop auf der spanischen Seite gab es bereits leckere Tapas und Pulpo alla gallega.

Unser Ziel und unseren Campingplatz für die nächsten paar Tage erreichten wir am späten Nachmittag. Camping Ribamar liegt direkt im Naturpark Sierra de Irta und ist über eine holprige Straße (ca. 1,5 km) zu erreichen. Dank Allrad kein Problem. Der Tipp kam von meinem Bekannten Björn Andres, der selbst einen Campingplatz am Neckar betreibt. Und es war ein Top-Tipp: Ein superschöner Platz mitten in den Pinienwäldern und Rosmarinbüschen. Ein Fußweg führt 300 Meter an Meer mit einer atemberaubenden Küste. Man kann hier kilometerweit in alle Richtungen Wandern und Laufen. Das Restaurant und die Bar sind gut und die Mitarbeiter des Platzes sind superfreundlich. Das Wetter war übrigens blenden und tagsüber schien die Sonne bei etwa 16 bis 18 Grad. Erholung pur.

Nach vier Tagen wollten wir kaum los, doch es sollte ja noch ein bisschen weiter nach Süden gehen. Bereits im letzten Jahr waren wir im Süden gewesen, damals in der Nähe von Denia. Allerdings hatten wir hier den Altersdurchschnitt der, vor allem deutschen, Camper mächtig gesenkt. Nun ging es nach Mojácar. Einem Touristenort mit einer einzigartigen Strandpromenade. Zehn Kilometer kann man hier problemlos in eine Richtung laufen oder radeln. Der dortige Campingplatz direkt im Ort ist zwar in die Jahre gekommen, allerdings wirklich supersauber.

Nur unweit davon liegt der sehenswerte Naturpark Cabo de Gata mit tollen Buchten und Felsen. Hier gibt es mehrere schöne Campingplätze. Wir entschieden uns für den Camping La Galeta. In der Bucht lässt sich wunderbar der Sundownder genießen.

In zwei Etappen ging es dann am Dreikönigstag wieder Richtung Heimat. Für die erste Zwischenübernachtung bleiben wir nochmal bei Wind und angenehmen Temperaturen in der Nähe von Tarragona. In der Provence war es dann schon empfindlich kalt und windig. Allerdings kein Problem mit unserer Standheizung im T5.

Mein Fazit: Es hat gut getan, dem Winter kurz zu entfliehen. Wir haben in Spanien Sonne getankt für die nächsten kalten Monate und uns viel bewegt. Legendär ist übrigens unser Silvestermenü mit frischen Gambas, Nudeln und vorweg spanischem Schinken. Draußen gekocht mit der Stirnlampe. 

Adios Espana und bis zum nächsten Mal!  - Elke von Easyvanlife

Unsere Campingtipps:

http://campingribamar.com/de/ || http://www.campinglacaleta.com/ || http://www.campingalbera.com/ || https://campingametlla.com/ || https://www.camping-pinede.com/fr/

 
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