Easyvanlife

Mit dem Bulli durch Vercors und Chartreuse: Ein ungeplanter, aber perfekter Umweg

Reisen im VW-Bulli bedeutet für uns Freiheit. Eigentlich waren für diesen Juni die hohen Alpenpässe geplant, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung: Aufgrund der kühlen Temperaturen – vor allem nachts in den Höhenlagen – mussten wir unsere Route kurzfristig anpassen.
So landeten wir im wunderschönen Naturpark Chartreuse, der uns mit fantastischen Kurven und Hochtälern auf etwa 1.500 Metern empfing. Tourismus findet man hier kaum, abgesehen von Seen wie dem Lac d’Aiguebelette. Nach einer genussvollen Fahrt mit unserem Easyvanlife-Bulli und einem Einkauf im örtlichen Supermarkt erreichten wir den Campingplatz in Entre-deux-Guiers, einem Doppelort mit einer markanten Brücke und ereignisreicher Historie. Nachdem wir im Camping Arc en Ciel eingecheckt hatten, schlenderten wir über den Abendmarkt, besorgten uns etwas zu essen und beobachteten das Treiben in dem beschaulichen Örtchen.

Am nächsten Tag ging es weiter – nicht über die ganz großen Alpenpässe, sondern über das Vercors-Massiv, das sich direkt an die Chartreuse anschließt. Das Vercors ist nicht nur ein Naturpark mit spektakulären Steilwänden und tiefen Schluchten, sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Plateau zur Hochburg der französischen Résistance; die abgeschiedene Lage bot den Widerstandskämpfern ein ideales Versteck. Heute zeugen zahlreiche Gedenkstätten von dieser Zeit und verleihen dem Besuch eine nachdenkliche, tiefgreifende Note.

Am Fuße des Vercors stießen wir fast zufällig auf einen Ort, der uns sofort verzauberte: Die. Das Städtchen (ausgesprochen „Di“) ist kein typischer Touristenmagnet, sondern ein lebendiges, künstlerisches Juwel. Wer durch die verwinkelten Gassen streift, fühlt sich wie in einer Open-Air-Galerie. Überall gibt es kleine Kunstwerke, Second-Hand-Läden und Kunsthandwerk zu entdecken. Auch hier spürt man den Geist der Freiheit. Besonders an Markttagen erwacht die Stadt zum Leben: Der Duft von frischem Lavendel, lokalem Käse und Baguette liegt in der Luft. Die Cafés laden dazu ein, einen *Café au Lait* zu genießen und das Treiben zu beobachten. Hier hat das Leben eine entschleunigte Qualität. Besonders gut gefielen uns die authentische Bar direkt an der Brücke sowie das Theatercafé mit seiner Klaviermusik am Sonntagmorgen.

Unser Basislager: Camping Riou Merle
Auf diesem Platz haben wir uns sofort wohlgefühlt. Das Highlight ist die wunderbare Lage inmitten von viel Grün, direkt an Wanderwegen und dennoch nur fünf Minuten von der Stadt sowie zehn Minuten vom Fluss entfernt. Es gibt ein eigenes Restaurant, und die „Happy Hour“ an der Bar lädt dazu ein, den Tag bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Aus den geplanten zwei Nächten wurden kurzerhand vier – wir konnten uns einfach nicht losreißen und haben uns selten so gut erholt.

Auf dem Rückweg überquerten wir den Col de la Croix de Fer, der uns fantastische Aussichten auf die frühsommerlich blühenden Bergwiesen bot. Den Abschluss unserer Reise bildete eine letzte Nacht auf einem kleinen Farmcampingplatz am Lac d’Annecy. 

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner